Hospizarbeit
Bei dem Begriff „Hospiz“ denken viele von uns an eine christliche Herberge, sei es als Seefahrer-Hospiz in den Hafenstätten oder – vielleicht noch bekannter – als eines der vielen Hospize an den Alpenpässen, die im Mittelalter als Herberge für Pilger entstanden und neben Übernachtungsmöglichkeiten auch Hilfe für Kranke anboten. Das Wort „Hospiz“ geht in seinem Wortstamm auf das lateinische hospitium = Gastfreundschaft, Herberge zurück. Dies ist der gleiche Wortstamm aus dem sich auch das Wort Hospital entwickelte.
Die Ausprägung des Hospizbegriffes in seiner heutigen Form begann um 1900, als ein irischer Orden – die Schwestern der Nächstenliebe – zunächst in Dublin, später in London, Hospize einrichtete, in denen sie Sterbende aufnahmen, die anderswo keine Möglichkeit der Betreuung mehr hatten.
Eine entscheidende inhaltliche Wandlung erfuhr der Begriff „Hospiz“ durch die englische Krankenschwester, Sozialarbeiterin und Ärztin Cicely Saunders. Bei ihrer Arbeit als Sozialarbeiterin erfuhr sie, wie unzureichend den Bedürfnissen angepasst Sterbende in Krankenhäusern versorgt wurden, versorgt werden konnten. Nach jahrelangen Vorbereitungen und unzähligen Gesprächen mit Betroffenen eröffnete sie im Jahre 1967 in London das St. Christophers Hospiz und stellte somit ein neues Hospizkonzept vor.
Neu waren nicht der Name oder die Idee der Sterbebegleitung, sondern die Ergänzung der Sterbebegleitung durch fundiertes Fachwissen, besonders aus den Bereichen der Medizin und der Psychologie, im Besonderen auf dem Gebiet der Schmerztherapie. Großer Wert wurde von Anfang an darauf gelegt, den Sterbenden so lange wie eben möglich einen Aufenthalt zu Hause, im Kreis der Familie, zu ermöglichen.
Die Hospizidee stellt die Sorge um schwerkranke und sterbende Menschen sowie um deren Angehörige in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Alles zu tun, um die bestmögliche Lebensqualität bis zuletzt zu gewährleisten, ist das Hauptanliegen von Hospiz und Palliative Care. Der Mensch wird in seiner Ganzheit wahrgenommen, daher erfolgt auch das Handeln auf den unterschiedlichen Ebenen des Menschseins.